Endlich frei – oder auch nicht

Kennst du dieses Gefühl, wenn du morgens aufwachst und weißt: Heute kein Wecker, kein „Kunde droht mit Auftrag“, kein Stehen im Laden? Einfach nur Freiheit. Mein Plan für heute war heilig. Der 17.01. ist zwar mein Geburtstag, aber heute war einfach nur „Wir-Tag“. Ich wollte mich mit meiner Freundin treffen. Kein Zocken, keine Xbox, einfach nur Zeit für uns. Wir sehen uns durch meine Schichten im Verkauf eh schon selten genug, da ist so ein freier Tag Gold wert.

Aber das Universum – oder besser gesagt die Haustechnik – hatte heute andere Pläne für mich. Ein klassischer Fall von: Denkste.

Der 5-Minuten-Hoffnungsschimmer

Der Tag startete eigentlich produktiv. Der Handwerker stand pünktlich auf der Matte. Im Verkauf liebe ich Effizienz: Problem erkennen, Lösung finden, Kasse, Tschüss. Genau das hatte ich mir hier auch erhofft. Er kommt rein, dreht an zwei Schrauben, das Wasser läuft wieder (oder was auch immer das Problem war), und ich kann entspannt zu ihr fahren.

Pustekuchen.

Der gute Mann hat geschaut, gegrübelt – und kapituliert. Er konnte das Problem alleine nicht lösen. Statt „Fertig!“ hieß es: „Ich muss Verstärkung holen.“ Jetzt sind sie zu zweit unterwegs und wollen in „ca. einer Stunde“ wieder hier sein.

Die unfreiwillige Wartehalle

Und da sitze ich nun. In meiner eigenen Wohnung, die sich gerade anfühlt wie der Pausenraum, wenn man eigentlich schon längst Feierabend hätte. Das Frustrierende daran ist nicht mal das Warten an sich. Ich arbeite im Einzelhandel, ich habe Geduld für zehn.

Das Schlimmste ist die Machtlosigkeit. Ich bin zur Untätigkeit verdammt. Ich kann nicht weg, ich kann nichts anfangen, weil es ja „gleich“ klingeln könnte. Das fühlt sich an wie ein 0:0 gegen einen Absteiger bei Bayer04 – viel Aufwand (Zeit), absolut null Ertrag. Meine Laune ist dementsprechend gerade im Keller.

Das bittere Telefonat

Der härteste Moment war der Griff zum Handy. Ich musste meiner Freundin absagen. Das tut weh. Man freut sich die ganze Woche auf diese paar Stunden Qualitätszeit, plant im Kopf schon den Kaffee oder den Spaziergang, und dann scheitert alles an einem technischen Defekt und einem vagen Zeitfenster.

Unser Date fällt ins Wasser. Komplett. Denn selbst wenn die Jungs in einer Stunde fertig sind, ist der Vibe für heute irgendwie gekillt. Der Tag fühlt sich – sorry für die Wortwahl – einfach „verloren“ an.

Fazit: Bitte einfach nur lösen

Jetzt trinke ich meinen dritten Kaffee, starre die Wand an und hoffe, dass die Tür gleich klingelt und die Verstärkung mehr Glück hat als der Kollege vorhin. Drückt mir die Daumen, dass das Thema wenigstens heute noch vom Tisch kommt und ich nicht auch noch meinen Feierabend morgen dafür opfern muss.

Manchmal ist der Wurm drin. Heute ist er definitiv riesig.

Euer Mike

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