Sensation im Etihad: Not-Elf schlägt City 2:0

Leute, ich muss erst mal klarkommen. Was gestern Abend in Manchester passiert ist, glaubt mir doch keiner, der es nicht live gehört oder gesehen hat. Wir sind mit einer Aufstellung ins Etihad gereist, die eher nach „Dritte Runde DFB-Pokal gegen einen Oberligisten“ aussah als nach Champions League gegen den Titelverteidiger.

Die Ausgangslage: Alarmstufe Rot

Um mal kurz die Dimensionen klarzumachen: Uns fehlte das Rückgrat der Mannschaft. Tapsoba? Gesperrt. Andrich? Rot-Sperre. Dazu Hofmann, Terrier und Palacios raus. Unser Trainerteam musste basteln wie ich, wenn im Laden kurz vor Weihnachten das Personal krank wird und der Azubi plötzlich die Kasse schmeißen muss. In der Abwehr standen Jarell Quansah und Jeanuël Belocian neben Badé. Eine Kette, die so noch nie zusammengespielt hat. Ich saß mit schwitzigen Händen vorm Radio und dachte: „Bitte lass uns nicht 0:5 untergehen.“

Halbzeit 1: Beton anrühren, aber smart

Das Spiel ging los und City hat das gemacht, was City halt macht: Ballbesitz bis zum Erbrechen. Aber unsere Jungs haben nicht einfach nur den Bus geparkt, sie haben ihn einzementiert. Das war taktisch so diszipliniert, da hätte selbst der strengste Filialleiter nichts zu meckern gehabt. Wir haben die Räume so eng gemacht, dass City fast verzweifelt ist.

Und dann die 23. Minute – der perfekte Nadelstich. City stand extrem hoch, fast schon arrogant. Alejandro Grimaldo hat den freien Raum auf Links gerochen. Der Pass kam, Grimaldo startete durch und blieb vor Ederson so cool wie eine Tiefkühltruhe. 0:1! Aus dem Nichts. Effizienz pur. Wir hatten kaum den Ball, aber wir hatten das Tor. Mit diesem knappen Vorsprung ging es in die Pause, und mein Puls war schon da jenseits von Gut und Böse.

Halbzeit 2: Der „Endgegner“ kommt

Nach der Pause wurde es dunkel. Pep Guardiola hatte genug gesehen und brachte den Endgegner: Erling Haaland. Da dachte ich echt: „Okay, das war’s. Jetzt überrennen die uns.“ Der Druck wurde immens, City hat uns quasi im eigenen Strafraum eingeschnürt.

Aber genau in diese Drangphase hinein haben wir den wohl schönsten Konter der Saison gefahren. 54. Minute. Wir erobern den Ball am eigenen 16er. Dann ging es rasend schnell. Kein blindes Rausschlagen, sondern ein sauberer Pass in die Tiefe. Über zwei, drei Stationen wurde das Mittelfeld überbrückt, Citys Abwehr war komplett unsortiert. Am Ende landet der Ball perfekt im Lauf von Patrik Schick. Der bleibt vor dem Tor eiskalt, schaut den Keeper aus und schiebt ihn unten rein. 0:2! Ein Angriff wie aus dem Lehrbuch – oder eben von der Konsole.

Die Abwehrschlacht: Flekken im God-Mode

Was danach kam, war eine reine Abwehrschlacht. Inventur im eigenen Strafraum. City hat alles nach vorne geworfen.

  • Mark Flekken: Der Mann hat Bälle gehalten, die waren physikalisch eigentlich unhaltbar. Absolute Weltklasse-Leistung.
  • Der „Kinderriegel“: Ein Riesen-Kompliment an Belocian und Quansah. Die wurden ins kalte Wasser geworfen und sind geschwommen wie Olympiasieger. Jeder Zweikampf wurde gefeiert.

Fazit: Ein Sieg für die Ewigkeit

Als der Schlusspfiff kam, war ich fix und fertig. Dieser Sieg wiegt schwerer als ein 5:0 gegen einen Absteiger. Wir haben gezeigt, dass wir auch ohne unsere „Stars“ (wobei gestern jeder ein Star war) und mit dem Rücken zur Wand funktionieren. Taktisch brillant, kämpferisch eine 1 mit Sternchen.

Dieser Abend in Manchester wandert direkt in mein persönliches „Best of“-Album.

Euer Mike

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