Realitätsflucht am PC: Gedanken zum Geburtstag

20.01.2026

Der 17. Januar ist durch. Der Kalender hat umgeblättert, ich bin offiziell ein Jahr älter. Geschenke ausgepackt, Gratulationen abgehakt. Die neue Woche hat uns längst wieder, der Alltag läuft an. Aber ehrlich gesagt: Ich lasse ihn noch nicht ganz an mich ran.

Wenn man älter wird, ändern sich die Prioritäten. Früher ging es darum, nichts zu verpassen. Überall dabei zu sein. Heute? Heute ist der größte Luxus, Zeit für sich selbst zu haben. Und diese Zeit habe ich mir genommen – und nehme sie mir auch in dieser Woche noch, wann immer es geht.

Keine Kompromisse, nur Gameplay

Vielleicht war es die Enttäuschung über das Leverkusen-Spiel am Wochenende, die mich dazu gebracht hat, die Realität komplett auszublenden. Wenn die Werkself auf dem Rasen nicht liefert, muss ich mir meine Erfolgserlebnisse eben woanders holen.

Also: PC an. Nicht um Mails zu checken, nicht um Nachrichten zu lesen. Sondern um abzutauchen. Das ist für mich der entscheidende Unterschied zur Konsole auf der Couch. Am PC sitze ich drin im Geschehen. Monitor nah dran, Noise-Cancelling-Headset auf, Maus und Tastatur als direkte Verlängerung der Gedanken.

Es hat etwas Meditatives, sich komplett in einer Spielwelt zu verlieren. Egal ob Strategie, Shooter oder RPG – für ein paar Stunden gibt es keine Verpflichtungen, kein Älterwerden, keine schlechten Nachrichten. Es gibt nur die nächste Mission, den nächsten Checkpoint, den nächsten Sieg.

Das digitale Detox der anderen Art

Manche Leute gehen wandern, um den Kopf frei zu kriegen. Ich gehe zocken. Dort herrscht eine klare Logik, die mir im echten Leben oft fehlt. Wenn ich im Spiel scheitere, lade ich neu und mache es besser. Im echten Leben – und gerade mit einem Jahr mehr auf dem Buckel – merkt man, dass es keine Quicksave-Funktion gibt.

Deshalb nehme ich den Vibe vom Wochenende mit in diese Woche. Einfach mal nur „Spieler“ sein, nicht Sohn, nicht Bruder, nicht Geburtstagskind. Die Grafik auf Ultra, die Framerate stabil und der Fokus messerscharf.

Man ist so alt, wie man sich fühlt? Aktuell fühle ich mich komplett resetet. Bereit für alles, was die Woche noch bringt. Aber erst nach der nächsten Runde.

Euer Mike