KI-Logos & Urheberrecht: Mein Blog-Logo im Faktencheck

14.03.2026

Guten Morgen an alle treuen Leser und auch an die, die vielleicht von Threads hierher gestolpert sind. Heute wird es mal etwas ernster auf meinem Blog. Wir müssen über meine neue Kaffeetasse sprechen oder genauer gesagt, über das Logo, das ich dafür mit Hilfe einer Künstlichen Intelligenz erstellt habe.

Ich hatte mich riesig darauf gefreut, meine eigene Tasse für den morgendlichen Kaffee zu haben, verziert mit meinen Hobbys (Gaming, Fußball, Balkonien und natürlich dem Bloggen). Doch als ich den Entwurf gestern auf Threads teilte, brach ein ziemlicher Sturm über mich herein. Der Vorwurf: Ich hätte das geistige Eigentum echter Künstler gestohlen.

Das ist ein schwerer Vorwurf, und ich habe mir das Ganze sehr zu Herzen genommen. Aber nach einer emotionalen Nacht und viel Recherche habe ich beschlossen, die Dinge hier auf meinem Blog sachlich und fundiert geradezurücken.

Habe ich geklaut? Machen wir einen Fakten-Check, Stand 2026.

Ist mein Logo überhaupt „Kunst“?

Der Hauptvorwurf lautet, ich hätte Urheberrechte verletzt. Das Lustige ist: Aus rechtlicher Sicht gibt es bei meinem KI-Logo gar kein Urheberrecht, das ich verletzen konnte.

Das Amtsgericht München hat im Februar 2026 ein wegweisendes Urteil gefällt (Az. 142 C 9786/25). Die Richter stellten klar, dass KI-generierte Logos in der Regel keinen Urheberrechtsschutz genießen. Der Grund ist einfach: Die für das Urheberrecht nötige „menschliche Schöpfungshöhe“ fehlt. Das Programm hat die Arbeit gemacht, nicht ich.

Was das für mich bedeutet: Ich habe kein geschütztes Werk geklaut, weil das Ergebnis rechtlich gesehen gemeinfrei ist. Ich besitze die Datei, aber ich kann niemanden verklagen, der sie kopiert, weil kein Urheberrecht darauf liegt. Die Behauptung, ich würde mich als „Künstler“ auf Kosten anderer bereichern, ist also schlichtweg falsch. Ich nutze ein gemeinfreies Erzeugnis.

Der Diebstahl-Mythos: Kopie vs. Konzepte

Es wird oft argumentiert, dass die KI-Modelle mit Bildern echter Künstler trainiert wurden, ohne diese zu vergüten. Das stimmt, und das ist eine legitime, wichtige Debatte, die auf der Ebene der KI Entwickler und der Politik geführt werden muss.

Aber als Nutzer einer KI funktioniert der Prozess anders. Die KI kopiert keine Bildpixel von Künstler A und fügt sie bei mir ein. Sie hat gelernt, wie ein Fußball, eine Gaming Konsole oder ein Balkon aussieht ähnlich wie ein Kunststudent, der tausende Bilder im Museum studiert, um seinen eigenen Stil zu finden.

Die KI hat basierend auf meinen sehr spezifischen und persönlichen Anforderungen ein völlig neues Arrangement geschaffen. Die Komposition aus Gaming Controller, Laptop mit einem „B“ Symbol, Fußball und der Balkon Szene ist so nirgendwo anders zu finden. Es ist eine „transformative Nutzung“, ein Punkt, der sich auch rechtlich immer mehr durchsetzt (beispielhaft dafür die Diskussion rund um das Verfahren des EuGH „Like Company gegen Google“ im März 2026).

Ich habe der KI gesagt, was ich sehen will, und sie hat meine Idee visualisiert. Ich habe kein bestehendes Logo eines Illustrators „ausgeschnitten“.

3.Transparenz ist König (und bald Gesetz)

Der EU AI Act wird ab August 2026 wirksam, und ein wichtiger Teil davon ist die Transparenzpflicht (Art. 50). Wenn KI generierte Inhalte öffentlich geteilt werden, müssen sie als solche gekennzeichnet sein.

Indem ich von Anfang an offen gesagt habe, dass das Logo mit KI erstellt wurde, erfülle ich bereits den Geist dieser kommenden Transparenzregeln. Ich täusche niemanden, ich gebe mich nicht als Illustrator aus. Ich bin ehrlich über das Werkzeug.

Warum ich die KI nutze

Ich bin Mike. Ich arbeite im Verkauf, bin Single und das Bloggen ist mein liebstes Hobby. Ich habe kein Budget von 500 € oder mehr, um einen professionellen Grafikdesigner für eine Kaffeetasse zu engagieren. Für mich ist die KI ein Werkzeug, das Ideen zugänglich macht. Sie ersetzt für mich keinen Grafikdesigner, wenn ich zum Beispiel ein Corporate Design für eine Firma bräuchte. Aber für meine private Tasse für ein Hobby Projekt ist sie das perfekte Tool, um meine eigene Vision ohne große Kosten schnell zu realisieren.

Mein Fazit

Ich verstehe die Sorgen der Künstlergemeinschaft, und ich nehme die ethische Debatte ernst. Aber jemanden, der ein legales Tool für ein privates Hobby Projekt nutzt, als „Dieb“ zu bezeichnen, ist nicht hilfreich und sachlich falsch.

Ich habe kein Urheberrecht geklaut, weil keines bestand. Ich habe ehrliche Transparenz gezeigt. Und ich werde meine Tasse Kaffee jeden Morgen genießen, mit dem Wissen, dass das Logo darauf eine Komposition aus meinen eigenen Ideen ist.

Wie seht ihr das? Lasst uns die Diskussion gerne in den Kommentaren sachlich weiterführen.

Beste Grüße,
Euer Mike

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