Nach der Pause: Kater oder Vollgas?

Wolfsburg away: Wo ist der „Gala-Knopf“?

Kennt ihr diesen einen Moment im Laden, wenn es so richtig läuft? Du bist im „Tunnel“, arbeitest die Schlange an der Kasse weg, findest jeden Artikel blind im Lager, und du fühlst dich unschlagbar. Und genau dann zieht jemand den Stecker: Feueralarm. Alle raus. Stillstand.

Genau so hat sich diese Länderspielpause angefühlt.

Vom 6:0-Rausch direkt in den Standby-Modus?

Wir müssen nochmal kurz zurückspulen, auch wenn es sich anfühlt, als wäre es eine Ewigkeit her: Das 6:0 gegen Heidenheim. Leute, das war kein Fußballspiel, das war Kunst. Wir waren in einem absoluten Flow. Die Pässe kamen an, die Laufwege stimmten blind, die Hütte hat gebrannt (im positiven Sinne). Es war eines dieser Spiele, bei denen du am Montag danach mit einem breiten Grinsen zur Arbeit gehst und dir selbst der nervigste Kunde nicht die Laune verderben kann.

Und dann? Vollbremsung. Länderspielpause.

Zwei Wochen lang passierte gefühlt nichts. Der Rhythmus ist weg. Man sitzt zu Hause, checkt halbherzig die Ergebnisse und hofft einfach nur, dass sich keiner verletzt. Jetzt stehen wir hier und fragen uns: Können wir diesen Schalter einfach wieder umlegen? Oder müssen wir den Motor heute in der Autostadt erst mühsam stotternd anwerfen, wie den alten Hubwagen bei uns im Lager, der auch erst nach drei Versuchen und gutem Zureden anspringt?

Wolfsburg: Der unangenehme Kunde der Liga

Der Gegner macht die Sache nicht einfacher. Wolfsburg auswärts. Puh. Wenn ich die Wahl hätte, würde ich lieber Samstagabend Regale einräumen. Wolfsburg ist traditionell eine Wundertüte, aber eine von der Sorte, wo meistens nichts Gutes drin ist.

Besonders zu Hause sind die „Wölfe“ oft einfach nur unangenehm. Physisch stark, zäh, giftig. Das ist wie dieser eine Kunde, der kurz vor Ladenschluss reinkommt, schlechte Laune hat und wegen einer abgelaufenen Rabattmarke diskutieren will. Da gewinnt man keinen Schönheitspreis, da muss man einfach nur bestehen. Wenn unsere Jungs heute mit der Einstellung aus dem Bus steigen, dass das ein entspannter Samstagsausflug wird und die Punkte uns schon irgendwie in den Schoß fallen – dann gute Nacht.

Wir dürfen uns den Schneid nicht abkaufen lassen. Wolfsburg wird versuchen, uns den Spaß am Fußball zu nehmen, uns in Zweikämpfe zu verwickeln und das Spiel „eklig“ zu machen. Da müssen wir dagegenhalten.

Bruder-Liebe hin oder her: Heute zählen meine Farben

Schauen wir auf die nackten Zahlen: Wir brauchen diese 3 Punkte. Dringend. Wir dürfen den Kontakt zur Tabellenspitze nicht abreißen lassen.

Und ich habe da noch eine ganz persönliche Motivation. Mein Bruder hatte gestern Geburtstag (21.11.). Die Feier war wirklich schön, keine Frage – aber fußballerisch leben wir auf verschiedenen Planeten. Er ist leider auf die „dunkle Seite der Macht“ gefallen und hält es mit dem FC Bayern. Niemand ist perfekt, oder?

Aber genau deshalb brauche ich heute diesen Sieg. Er hatte gestern seinen Ehrentag, hat Geschenke bekommen und vermutlich gute Laune wegen der Bayern-Tabelle. Jetzt bin ich dran. Ein Auswärtssieg in Wolfsburg ist absolute Pflicht, damit ich beim nächsten Familientreffen nicht kleinlaut in meiner Kaffeetasse rühren muss, während er von der „Mia san Mia“-Herrlichkeit schwärmt.

Er hatte gestern seinen Spaß, heute will ich meinen. Also Werkself: Holt das Ding für meine Nerven!

Euer Mike

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