Betriebsratswahl 2026: Bestimme deine Zukunft

22.01.2026

Warum die Wahl 2026 für dich richtungsweisend ist

Wir blicken auf das Jahr 2026. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind angespannt, Unternehmen stehen unter Kostendruck und Umstrukturierungen sind in vielen Branchen an der Tagesordnung. In genau diesem Umfeld rückt eine Institution in den Mittelpunkt, die du vielleicht unterschätzt, bis du sie dringend brauchst: der Betriebsrat. Die anstehenden Wahlen sind nicht nur eine Formalität. Sie entscheiden darüber, wie wir – und damit auch du in Zukunft arbeiten werden.

Deine Stabilität in schwierigen Zeiten

Krisenphasen sind Bewährungsproben. Wenn Budgets gekürzt und Prozesse „optimiert“ werden, bleibt der Faktor Mensch oft auf der Strecke. Ein Betriebsrat fungiert hier als notwendiges Korrektiv für dich. Er ist kein Gegner des Unternehmens, sondern ein Partner auf Augenhöhe, der sicherstellt, dass wirtschaftliche Notwendigkeiten nicht rücksichtslos auf deinem Rücken ausgetragen werden. Ohne eine gewählte Interessenvertretung agiert die Geschäftsführung allein mit Betriebsrat muss sie verhandeln.

Die Aufgaben nach dem Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG)

Das Betriebsverfassungsgesetz gibt dem Betriebsrat weitreichende Instrumente an die Hand, die dich direkt schützen. Es geht dabei um weit mehr als das bloße „Zuhören“. Deine Vertretung hat klare Rechte:

  • Soziale Mitbestimmung (§ 87 BetrVG): Dies ist das schärfste Schwert. Bei Arbeitszeitregelungen, Schichtplänen, Überstundenanordnung oder Urlaubsplanung hat der Betriebsrat ein echtes Mitbestimmungsrecht. Ohne seine Zustimmung darf der Arbeitgeber hier oft nicht über deinen Kopf hinweg entscheiden. Das schützt dich vor Willkür und Überlastung.
  • Personelle Einzelmaßnahmen (§ 99 BetrVG): Vor jeder Einstellung, Eingruppierung oder Versetzung muss der Betriebsrat angehört werden. Noch wichtiger ist seine Rolle bei Kündigungen (§ 102 BetrVG). Eine Kündigung ohne vorherige Anhörung des Betriebsrats ist unwirksam. Das Gremium kann widersprechen, was deine Position im Kündigungsschutzprozess massiv stärkt.
  • Wirtschaftliche Angelegenheiten: In Unternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitern sorgt der Wirtschaftsausschuss dafür, dass der Betriebsrat frühzeitig über die finanzielle Lage informiert wird. Wissen ist hier Macht – die Macht, Alternativen zu Personalabbau vorzuschlagen, bevor Fakten geschaffen sind.

Demokratie an deinem Arbeitsplatz

Mitbestimmung ist ein demokratisches Grundrecht im Betrieb. Sie sorgt für Transparenz und Fairness. In Betrieben mit Betriebsrat sind die Arbeitsplätze statistisch gesehen sicherer und die Entlohnung ist oft gerechter, da die Einhaltung von Tarifverträgen strenger überwacht wird. Wenn du auf einen Betriebsrat verzichtest, verzichtest du freiwillig auf Mitsprache.

Fazit: Wählen ist deine Pflicht

Die Betriebsratswahl 2026 bietet die Chance, aktive Gestalter in das Gremium zu entsenden. Kollegen, die den Mut haben, auch unangenehme Themen anzusprechen und deine Rechte nach dem BetrVG konsequent durchzusetzen. In Zeiten wie diesen ist ein starker Betriebsrat keine Option, sondern eine Notwendigkeit, wenn du deinen Arbeitsplatz nicht nur behalten, sondern auch mitgestalten möchtest.

Nutze deine Stimme. Stärke die Mitbestimmung.

Ich habe mich entschieden dieses Jahr auch wieder aufstellen zu lassen.

Euer Mike